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Card-Sorting

Wann ist diese Methode geeignet?

Ein Card Sorting hilft dabei, die Wahrnehmung der Nutzer in Bezug auf bestimmte Begriffe im Gesamtzusammenhang einer Website oder eines Intranets zu erkennen, und somit zu verstehen, wie Nutzer Informationen gruppieren würden. Ziel ist es, Informationsstrukturen zu entwickeln, die eine hohe Nutzerakzeptanz besitzen und die Wahrscheinlichkeit maximieren, Informationen bzw. Produkte (wieder) zu finden.

Die Ergebnisse der Sortierung bilden das mentale Modell der Nutzer ab und bieten somit eine wertvolle Datengrundlage zur Entwicklung einer nutzergerechten Informationsarchitektur. Ein Card-Sorting kann sowohl offline, d.h. mit Personen vor Ort, oder online über ein spezielles Tool ablaufen. Die Entscheidung für die offline oder online Durchführung sollte vor allem aufgrund der Erreichbarkeit der Zielgruppe (schwer erreichbar - dann online) und der Menge an zu gruppierenden Themen (große Anzahl - dann offline) getroffen werden.

Mögliche Fragestellungen:

  • Wie sollen vorhandene und neue Inhalte strukturiert werden?
  • Wie viele Hauptrubriken sind erforderlich?
  • Wie sollen die Haupt- und Unterrubriken benannt werden?
  • Welche Inhalte bzw. Unterrubriken sollen den Hauptrubriken zugeordnet werden?

Und viele andere mehr…

In welcher Projektphase einsetzbar?

  • Konzeption / Entwicklung
    Card-Sorting Tests sollten zu Beginn der konzeptionellen Phase eines Web-/ Intranet-Projekts bzw. am Ende der Analysephase durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt besteht in der Regel Klarheit darüber, welche Inhalte und Services bereitgestellt werden sollen bzw. was die Anforderungen und Erwartungen der gewünschten Zielgruppen gegenüber dem Informationsangebot sind. Dabei ist zu unterscheiden, die Inhalte nutzergerecht und erwartungskonform zu strukturieren und die richtigen, aussagekräftigen Bezeichnungen für Hauptrubriken zu finden.

Wie läuft diese Methode ab?

Bei einem Card-Sorting Test fassen die Nutzer Kärtchen mit Begriffen (=Bezeichnung von Unterrubriken) zu Gruppen zusammen. Dabei unterscheidet man grundsätzlich 2 Methoden: Beim geschlossenen Card-Sorting werden die Begriffe vorgegebenen Kategorien zugeordnet, beim offenen Card-Sorting bilden die Nutzer eigene Kategorien, die die späteren Hauptrubriken darstellen (sollen).

Die Gruppierung erfolgt unter Berücksichtigung inhaltlicher und funktionaler Überlegungen. Begriffe, die sich schwer einordnen lassen, werden dabei gesondert betrachtet.


Testperson beim Zuordnen von Begriffen bzw. Inhalten

Bei einem mehrstufigen Card-Sorting werden die im ersten Durchgang gebildeten Gruppen später noch weiter zusammengefasst. Vor dem Sortieren kann zusätzlich die Verständlichkeit der Begriffe abgefragt werden (Wording-Analyse).


Durch Nutzer strukturierte Sitemap einer Website (Ausschnitt)

Ein solches Card-Sorting kann entweder offline oder online ablaufen. Bei einem Card-Sorting, das offline durchgeführt wird, gruppieren die Teilnehmer in Anwesenheit eines Moderators die Begriffe, die ihnen in Form von Kärtchen gegeben werden. Bei einem Online-Card-Sorting erfolgt die Gruppierung am PC mit Hilfe eines Tools, dies bedeutet, dass die Teilnehmer nicht vor Ort sein müssen, sondern dies am heimischen PC durchführen können.

Es gibt verschiedene Anbieter solcher Tools, aus denen wir entsprechend Ihrer Fragestellungen ein geeignetes Tool auswählen. Die Teilnehmer sehen dann die Liste mit Begriffen auf der linken Seite. Sie ziehen die einzelnen Begriffe auf eine freie Fläche und gruppieren diese dort ( siehe Abbildung). Die jeweiligen Gruppen können benannt werden (offenes Card-Sorting). Alternativ ist es auch hier möglich, Rubriken vorzugeben, denen die Begriffe zugeordnet werden können (geschlossenes Card-Sorting).


Beispielhaftes Online-Card-Sorting mit Websort

Stärken der Methode:

  • Die Methode ermöglicht eine Strukturierung großer Informationsmengen aus Nutzersicht.
  • Menüstrukturen, Kategorien und Begriffe lassen sich auf ihre Konformität zu bestehenden Erwartungen testen.
  • Zusätzlich besteht die Möglichkeit, alternative Bezeichnungen abzufragen.
  • Diese Testmethode erfordert keinen lauffähigen Prototyp.
  • Die Methode kann sowohl offline als auch online durchgeführt werden.

Wie groß sollte die Stichprobe sein?

Für die Stichprobe sollten mindestens 30 Testpersonen veranschlagt werden, damit sich eindeutige Informationsstrukturen bzw. Begrifflichkeiten abzeichnen lassen können. Je nach Umfang (z. B. bei der Strukturierung von Intranets) sind mehrere 100 Testpersonen erforderlich.

Vor allem bei einer großen Stichprobenanzahl von 100 und mehr Personen bietet sich ein Online Card-Sorting an. Dies spart enorm Zeit und ermöglicht die Einbeziehung auch schwer erreichbarer Nutzer(gruppen).

Wie lange dauert die Durchführung?

Wenn die zu sortierenden Begriffe feststehen, nimmt ein Card-Sorting Test in der Regel drei Wochen Zeit in Anspruch.

Welchen Input müssen Sie leisten?

Wir benötigen von Ihnen lediglich die Begriffe der untersten Ebenen, d.h. des letztendlichen Contents, z. B. in Form einer Sitemap / Inhaltsübersicht. Aus Basis dessen erstellen wir das Testkonzept. Es gilt zudem festzulegen, ob es sich um ein geschlossenes oder offenes Card Sorting handeln soll, d.h. ob Begriffe für Oberkategorien vorgegeben werden sollen oder diese durch die Testpersonen selbst gebildet werden sollen. Falls ersteres der Fall sein sollte, benötigen wir zusätzlich die gewünschten Oberbegriffe der Hauptrubriken.

Gern erstellen wir mit Ihnen gemeinsam die Inhaltsübersicht, so können in einem Workshop bei Ihnen vor Ort die für das Card-Sorting relevanten Inhalte ermittelt werden. Dies beinhaltet die Identifikation geeigneter Begriffe für die vorhandenen Inhalte, Funktionen und Services – sowohl die Benennung  als auch eventuell notwendige Erläuterungen der einzelnen Inhalte.

Was erhalten Sie von uns?

Sie erhalten von uns einen interpretativen Chartband mit folgenden Inhalten:

  • Management Summary
  • Ausführliche Darstellung der Ergebnisse aus den Beobachtungs- und Befragungsdaten (Gruppierung der Begriffe in textlicher und graphischer Form)
  • Interpretation der Daten: Identifikation der Gründe und Ursachen für die erhobenen Daten
  • Konkrete Handlungsempfehlungen zur Behebung aufgedeckter Strukturierungs- und Wording-Probleme:
    • Empfehlung einer Informationsstruktur inkl. Anzahl der Ebenen und Kategorien sowie
    • Empfehlung zur Benennung von Kategorien und Begriffen

Auf Wunsch präsentieren wir die Ergebnisse und Erkenntnisse des Tests im Rahmen eines moderierten Workshops.


Haben Sie noch weitere Fragen? Dann sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gern.

  • Martin Beschnitt
  • +49 40 36166-7981