eResult GmbH - Research & Consulting
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Synchroner Remote Usability Test

Wann ist diese Methode geeignet?

Der synchrone Remote Usability Test ist besonders geeignet, wenn im Test der reale Nutzungskontext möglichst genau eingefangen werden soll. Ein weiterer Einsatzbereich ist, wenn ihre Nutzergruppe sehr spezifisch und somit an einem einzigen Ort schwer abzubilden bzw. zu rekrutieren ist. Vom Ablauf her ähnelt ein synchroner Remote Usability Test stark einem klassischen Usability-Test im Labor mit dem Unterschied, dass die Testperson und der Testleiter über das Internet bzw. per Webcam und Mikrofon miteinander kommunizieren.

Mögliche Fragestellungen:

  • Wie nutzen die Besucher Ihre Website?
  • Wo befinden sich Verbesserungspotentiale auf Ihrer Website und an welchen Stellen werden Nutzer bereits optimal unterstützt?
  • Sind die Rubriken, Buttons und Links erwartungskonform, semantisch korrekt und verständlich bezeichnet?
  • Wie werden die unterschiedlichen Navigationselemente verstanden? Sind diese intuitiv bedienbar?
  • Werden gesuchte Informationen schnell gefunden?
  • Sind die Interaktionssequenzen bei zentralen Handlungsprozessen (z. B. Suche, Kontaktaufnahme, Bestellung, Newsletter-Abo, Buchung, Einstellen von Inhalten) "logisch"?
  • Welchen ersten Eindruck hinterlässt die Startseite? Welche Assoziationen, emotionalen Wirkungen treten auf?
  • Wie werden Strukturierung und Angebote auf der Startseite empfunden?
  • Kommt es zu einem "information overload", so dass der Nutzer wenig motiviert ist, sich mit der Website auseinander zu setzen?
  • Bietet das Angebot Inhalte und Services, die den Erwartungen entsprechen?
  • Laden die Inhalte & Services und deren Aufbereitung zum "Verweilen" und "Erkunden" ein? Oder verlässt der Nutzer das Angebot nach Erreichung seines Ziels umgehend?

Und viele andere mehr…

Im Rahmen eines Kick-Offs legen wir gemeinsam mit Ihnen die zentralen Fragestellungen und Untersuchungsziele fest. Darauf aufbauend entwickeln und konzipieren wir das für Sie geeignete Untersuchungskonzept.

In welcher Projektphase einsetzbar?

  • Analyse
    Der Test eines „alten“ bzw. bestehenden Angebotes kann vor dem Hintergrund einer kompletten Überarbeitung stattfinden, nur um Wissen für die Konzeption der neuen, geplanten Website zu bekommen.
  • Konzeption / Entwicklung
    Mithilfe eines synchronen Remote Usability Tests ist es bei der Entwicklung von ersten klickbaren Prototypen frühzeitig möglich tiefgehende Erkenntnisse über Usability-Probleme sowie Anforderungen und Erwartungen der Zielgruppe(n) zu erhalten. Hier steht besonders das Testen der Navigation und Nutzerführung und Interaktionsprozessen im Vordergrund.
  • Umsetzung
    Ebenso wie der Labortest, eignet sich der synchrone Remote Test hervorragend als abschließender Meilenstein des Projektes. Hierbei erfolgt eine ganzheitliche Erfassung von positiven und negativen Erfahrungen in Bezug auf das Interface- und Interaktionsdesign sowie die Navigation und Informationsarchitektur einer Website.
  • Betrieb
    Auch während des Betriebs Ihrer Website kann der synchrone Remote Usability Test Informationen über das Verhalten der Nutzer auf Ihrer Website geben und Probleme aufdecken, beispielsweise bei Bestellprozessen. Zusätzlich kann er vor einem geplanten Re-Launch einer Website den Status quo ermitteln, um aus Fehlern für die Zukunft zu lernen.

Wie läuft diese Methode ab?

Der synchrone Remote Usability Test versucht, die Methode des klassischen Labortests über das Internet auszuweiten und zu den Testpersonen nach Hause zu transportieren. Dies gelingt, indem die Tests mithilfe eines Online-Meeting-Tools durchgeführt werden.

Mit solch einem Tool ist es möglich, die Testpersonen über eine Webkamera zu beobachten, über eine VoIP-Verbindung mit ihnen zu kommunizieren und ihre Bildschirmaktivitäten zu verfolgen. So kann der Testleiter beobachten und nachvollziehen, was die Testperson gerade tut.

Wie beim Labortest werden den Testpersonen konkrete Aufgabenstellungen gegeben und die Testpersonen werden gebeten, während der Bearbeitung Kommentare und Bewertungen abzugeben und ihre Gedanken wiederzugeben (sog. Protokolle leuten Denkens).

Die Kommentare der Testpersonen werden mitprotokolliert und ihr Kamerabild (Gestik und Mimik) sowie die Aktivitäten auf dem Bildschirm in einem Video festgehalten, so dass sie zur späteren Auswertung bereit stehen.


Interviewerin im Gespräch mit der Testperson per Webkonferenz-Software

Zusätzlich können Mausbewegungen und Klick-Handlungen beobachtet werden, um Performanzwerte (z. B. benötigte Zeit / Klicks bis zur Aufgabenlösung) zu ermitteln und die gewählten Such-/ Surfpfade der Testpersonen (sog. Clickstreamanalyse) zu erfassen.

Exkurs:

Um eine höchst realistische Labor- bzw. Testsituation zu schaffen, bedienen wir uns folgender Maßnahmen:

  • Rekrutierung der Testpersonen und Screening
    Aus unserem Online-Access-Panel können wir potentielle Testpersonen nach bewährtem Verfahren auswählen. Neben soziodemographischen Merkmalen können wir auch Interessen, Meinungen sowie das Web-Nutzungsverhalten als Selektionskriterien bei der Bildung der Stichprobe heranziehen. Alle potentiellen Testteilnehmer/-innen durchlaufen zunächst ein Screening im Rahmen einer Vorbefragung. Dabei werden projektspezifische, personenbezogene Merkmale ermittelt. Die eResult GmbH legt sehr viel Wert auf eine seriöse Akquise der Test-Teilnehmer. Unser Qualitätsmanagement gewährleistet, dass keine Dauertester die Ergebnisse verfälschen.
  • Incentivierung
    Bei der Wahl eines Incentivierungskonzeptes der Teilnehmer setzen wir auf die Erzeugung eines hohen situativen Involvements. Bei einem Online-Shop wäre dies beispielsweise der Einsatz von „eigenem Geld“. D. h. die Testteilnehmer erhalten für ihre Teilnahmen nicht einfach nur eine Barauszahlung von ca. 65-70 Euro, wie sonst üblich. Sie werden stattdessen mit einem entsprechenden Zuschuss bzw. Gutschein zu einem auf dem Online-Shop angebotenen Produkt „entlohnt“. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Testteilnehmer/-innen eine Website „unter realistischen Rahmenbedingungen“ nutzen!
  • Warm-up-Phase
    Dies erfolgt zu Beginn der Testsession und dient hierbei vor allem dazu, ein angenehmes und vertrautes Verhältnis zwischen der Testperson und dem Interviewer aufzubauen. Zudem werden so vorab eventuelle technische Probleme geklärt, um einen reibungslosen Ablauf des Tests zu garantieren.

Stärken der Methode:

  • Die Nutzer nehmen von zu Hause oder ihrem Arbeitsplatz aus teil, so dass authentisches Nutzerverhalten eingefangen werden kann.
  • Die Auswahl der Testpersonen ist nicht auf ein Einzugsgebiet beschränkt. Es ist also relativ leicht möglich auch schwer erreichbare Zielgruppen abzubilden.
  • Es ist möglich, sehr konkrete Aufgabenstellungen bzw. Nutzungsszenarien zu formulieren.
  • Aufgrund der direkten Interaktion zwischen der Testperson und dem Testleiter kann individuell auf die Testperson eingegangen werden. So können Missverständnisse sofort geklärt und ggf. bestimmte Fragestellungen ausführlicher thematisiert werden.
  • Diese Methode liefert umfangreiche qualitative Daten, die zeigen, wie echte Benutzer eine Website handhaben.
  • Die Videoaufnahmen von Tests bzw. der Testpersonen im Umgang mit der zu untersuchenden Website sind sehr aufschlussreich und überzeugend.

Wie groß sollte die Stichprobe sein?

Bei einem Usability-Test wird empfohlen, mit ca. 8 bis 10 Testpersonen pro Zielgruppe zu arbeiten. Diese Empfehlung gilt auch für den synchronen Remote Usability Test. Ist auch die Beurteilung von Design und Layout bzw. die Aufbereitung, Menge und Art der Informationen sehr wichtig, sollten mindestens 20 Testpersonen teilnehmen.

Anmerkung: Es ist jedoch grundsätzlich zu überlegen, ob man alle Testpersonen denselben Untersuchungsgegenstand testen lässt oder ob man die Website in einer ersten Testphase mit der Hälfte der angedachten Stichprobe testet, die identifizierten Hauptprobleme behebt und in einer zweiten Testphase die bereits optimierte Website durch die restlichen Testpersonen begutachten lässt. (weitere Überlegungen dazu, siehe Usability-Test im Labor).

Wie lange dauert die Durchführung?

Je nach Stichprobegröße kann die Studie innerhalb von 3- 4 Wochen (N=10 bis 15) bzw. 4-5 Wochen (N=20) durchgeführt werden.

Welchen Input müssen Sie leisten?

Optimalerweise kommen Sie bereits mit konkreten Fragestellungen auf uns zu, die wir dann im Test abfragen. Gerne können wir solche Fragestellungen aber auch in einem Workshop mit Ihnen gemeinsam erarbeiten.

Wir benötigen mindestens grafisch ausgearbeitete Screens in einem gängigen Grafikformat als Ausgangsbasis. Um jedoch Interaktionsprozesse testen zu können, bedarf es eines funktionsfähigen Prototypen (Klick-Dummy), der bereits über ausreichende Funktionen verfügt, um einen taskbasierten Nutzertest durchzuführen. Bestenfalls ist Ihre Website natürlich bereits online bzw. über das Internet aus erreichbar.

Gerne unterstützen wir Sie bereits bei der Erstellung eines funktionsfähigen Klick-Dummys, falls Sie dies wünschen.

Was erhalten Sie von uns?

Sie erhalten einen interpretativen Chartband mit folgenden Inhalten:

  • Management Summary
  • Ausführliche Darstellung der Ergebnisse aus den Beobachtungs- und Befragungsdaten
  • Interpretation der Daten: Identifikation der Gründe und Ursachen für die erhobenen Daten
  • Highlight-Videoszenen (Clickstream, Interviews)
  • Konkrete Handlungsempfehlungen zur Behebung aufgedeckter Usability- und Gestaltungsprobleme; verbal beschrieben und visuell-funktional umgesetzt (z. B. in Form von optimierten Wireframes oder klickbaren Prototypen)

Auf Wunsch präsentieren wir die Ergebnisse und Erkenntnisse des Tests im Rahmen eines moderierten Workshops.


Haben Sie noch weitere Fragen? Dann sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gern.

  • Martin Beschnitt
  • +49 40 36166-7981