UX-Day Mannheim – Recap

Am 17. Oktober zog es viele UXler ins kurpfälzische Mannheim auf der Suche nach Inspiration, fachlichem Input Austausch mit Gleichgesinnten.

Der UX-Day findet dort bereits seit über 10 Jahren statt und hat sich über die Zeit von einer eintägigen Veranstaltung zu einem dreitägigen Event mit Masterclasses, Workshops und Vorträgen entwickelt.

Den gelungenen Auftakt machte Dr. Marcus Trapp der an Hand von alten und neuen negativ Beispielen „die Fehler der Anderen“ aufzeigte, aus denen man für die eigenen Projekte lernen sollte. Beispielsweise, dass neue Produkte in irgendeiner Weise zur vorhandenen Produktpalette passen sollten. So sollten Getränkehersteller keinen wassergekühlten BH auf den Markt bringen, ein Maschinengewehr-Hersteller kein Elektroauto und der Hersteller von Einweg-Rasierern keine Handys.

Außerdem sollte man für seine Projekte zur richtigen Zeit die richtigen Partner finden, und offen sein, mit anderen zusammenzuarbeiten, eine Community aufbauen und den Markt analysieren. Alle Aussagen untermauerte er mit unterhaltsamen Negativbespielen.

In weiteren Vorträgen wurde zu mehr Ehrlichkeit und Verletzlichkeit aufgerufen, um im Kopf statt negativer Gedankenstrudel mehr Platz für Kreativität und Ideen zu haben („Denkst du dich doof?“ – Youri Keifens).

Prof. Dr. Kolaschnik betonte den Einfluss der UXler auf die Nutzer und die Konsequenzen, die daraus entstehen könnten. Er warnte in seinem Vortrag davor, Dinge für den Nutzer nicht nur leicht, sondern zu leicht zu machen und damit den Nutzern das selbst- und eigenständige Denken abzugewöhnen. Wenn in einigen Jahren die Nutzer dadurch Fehlentscheidungen träfen, würden die UX Designer zur Verantwortung gezogen werden („Usability macht dumm.“).

Jonas Fuchs betonte die Notwendigkeit von Research in Projekten - nicht nur am Ende des Projektes, sondern übergreifend („Why we need ResearchOps“). David Drayton gab Tipps zur besseren UI-Animation („10 Easy Steps for better UI-Animation“) und Ben Davison schloss mit einem Vortrag zu „UX Metrics“, in denen er umfängliche Metriken vorstellte, die zur Messung von UX verwendet werden können.

Parallel zu den Vortrags-Tracks konnten diejenigen, die schnell genug bei der Anmeldung waren, an Workshops zu Customer Journey oder zu Design Sprints teilnehmen. In einer angenehmen „kleinen“ Gruppe lernte man dann Hands-on die Themen kennen – verpasste allerdings je Workshop auch ein Drittel der Vorträge.

Aber auch fernab der Vorträge hatten sich die Veranstalter viel Mühe gegeben. Von live Geigen- und Jazzmusik in den Pausen über Fotobox und Live-Scribble bis hin zu verschiedensten Foodtrucks, die niemanden hungrig zurückließen, war alles dabei.

Insgesamt war es ein langer und inspirativer Konferenztag, der mit seinen Impulsen noch lange nachwirkte.