Von kriminellen Katzen und der Zukunft von UX – der World Usability Day 2019

Jährlich begeht die UX Community am zweiten Donnerstag im November weltweit den World Usability Day und macht so auf diversen lokalen Veranstaltungen auf die Themen Usability und User Experience aufmerksam. Dieses Mal stand der WUD unter dem Motto „Designing for the Future we want“ und hat sich damit ein brandaktuelles Thema zum Gesprächsziel gesetzt. Auf diese Weise konnten wir uns darauf besinnen, worum es bei gutem UX Design tatsächlich geht: die Gestaltung zukunftsweisender Produkte, die die Welt nachhaltig zum Positiven hin verbessern können.

Natürlich waren auch wir von eresult ganz vorn mit dabei, um unser Wissen in puncto UX Design zu teilen und haben auf dem diesjährigen World Usability Day Vollgas gegeben: Wir waren bundesweit in vier Städten vertreten und haben Vorträge und Workshops abgehalten, uns mit Kollegen und Kolleginnen unterhalten und interessante Gespräche geführt.

Thorsten Wilhelm, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der eresult GmbH, war mit unserer Auszubildenden Sina Steep in Flensburg vor Ort. Das war nicht nur für uns eine ganz besondere Premiere, denn der WUD fand dort dieses Jahr zum ersten Mal statt. Das haben sich die Organisatoren und Organisatorinnen aber keineswegs anmerken lassen: Die Veranstaltung war rundum gelungen und sowohl im Vorfeld als auch am Tag selbst hervorragend und professionell organisiert.

Thorsten und Sina haben mit ihrem Vortrag zum Thema „Flop-Erfahrungen von UX-Designern: Gründe und erste Erkenntnisse, um es beim nächsten Mal besser zu machen“ einen Impuls zur Frage geben können, wie gutes UX Design aussehen sollte, um auch die anschließenden Diskussionen und Gespräche mit Referenten und Referentinnen sowie Teilnehmern und Teilnehmerinnen auf einen Erfahrungsaustausch zu lenken. Der Fokus lag hierbei auf Agile UX, Prototyping & Innovation sowie dem MVP-Ansatz. Als zentralen Ankerpunkt und finalen Schlusssatz konnten wir Folgendes festhalten: Kommunikation und Verständnis für andere Professionen, Abteilungen, Kollegen und Kolleginnen ist alles. Ganz konkret meint dies, dass es sowohl Raum als auch Zeit benötigt, damit sich UX Designer mit EntwicklerInnen und ProduktmanagerInnen, aber auch – und das war für uns eine auffällige Erkenntnis – mit klassischen MarktforscherInnen und MarketerInnen austauschen können. Denn dieser Austausch kann zu einer Bereicherung für alle heranwachsen. Wenn verschiedene Professionen an einem Thema arbeiten und ein Problem gemeinsam lösen (wollen), kann etwas Gutes und Großes entstehen.

Grundsätzlich war der Tag in Flensburg von viel Inspiration und Austausch geprägt. Dazu trugen sowohl die Referenten und Referentinnen als auch das Publikum bei, welches sich in Bezug auf Professionen sowie Themen und Projekte durch eine hohe Diversität auszeichnete.

Derweil war unser Principal UX Consultant Richard Bretschneider in Leipzig unterwegs. Hier ging es kreativ zu! In seinem Vortrag philosophierte Richard über UX Design für Künstler:

Kann Künstliche Intelligenz Picasso ersetzen? Welche Auswirkungen hat Künstliche Intelligenz auf die Darstellung von Kunst? Welche Rolle spielt UX Design dabei?

Wir sind zwar keine Kunstexperten, aber eins hat uns das Internet gelehrt: Cat Content geht immer! Und so haben wir die drängenden Fragen auch vor dem Hintergrund diskutiert, inwieweit KI-Katzen straffällig werden.

In Bottrop auf dem WUD Ruhr haben wir uns quasi eine Verjüngungskur verpasst, denn die Organisatoren und Organisatorinnen haben ihren Fokus hier ganz auf die Nachwuchsförderung gelegt: Die Veranstaltung war komplett in den Uni-Alltag integriert und der Studierendenanteil entsprechend hoch. Dies brachte frischen Wind in die Diskussionen. Hier sind uns vor allem die vielen spannenden Exponate bzw. Poster zu Projekten mit UX-Bezug aus Bachelor- und Masterarbeiten aufgefallen.

Ins Zeug gelegt haben sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen auch bei den Workshops am Nachmittag sowie dem Job Speed Dating mit Sponsor-Unternehmen. Unser geschäftsführender Gesellschafter Martin Beschnitt war selbst mit einem praxisnahen Workshop vor Ort und hat mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen darüber debattiert, wie sich Unternehmen angesichts von Digitalisierung verändern müssen und inwieweit infolge dessen Human Centered Design erfolgreich in Unternehmen integriert und gemanagt werden kann.

Hierbei hat er immer wieder  auf die Situation der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und die Probleme, die diese in ihrer täglichen Arbeit umtreiben, Bezug genommen. Vor allem das Speed Dating war eine tolle Idee und nach so manchem Gespräch sind wir überzeugt, dass die Zukunft der UX-Welt mit diesen interessierten Studenten und Studentinnen auf jeden Fall gesichert ist. Im Grunde genommen haben die Organisatoren und Organisatorinnen das Motto des diesjährigen WUD „Designing for the Future we want“ mit ihrem Veranstaltungsfokus ganz ins Zentrum gerückt: Denn was könnte wichtiger für die Zukunft und ihr Design sein, als fähige Designer und Designerinnen auszubilden?

Im Anschluss machte sich Martin direkt auf den Weg nach Köln, um unseren Principal UX Consultant Holger Fischer zu unterstützen, der hier bereits in den Startlöchern stand, um als Moderator durch das Programm zu führen. Beide standen hier bei unserem „Heimspiel-WUD“ für inspirative Gespräche bereit und konnten nicht nur mit altbekannten Kollegen und Kolleginnen plaudern, sondern auch neue spannende Kontakte knüpfen. Martin machte vor allem eines unermüdlich klar: UX is not UI und es ist unabdingbar, immer und immer wieder das Feedback der Nutzer und Nutzerinnen einzuholen.

Denn bei UX Design geht es nicht nur darum, ein System „schönzumachen“. Dies kann ein schmerzhafter Prozess sein, vor allem dann, wenn User am eigenen Produkt in erster Linie herummeckern. Aber genau darum geht es eben! Im Endeffekt hängt alles miteinander zusammen: Nutzerfeedback, Human Centered Design, Usability, SDGs, …

Die Aufgabe von UX Design ist es, all diese Komponenten und Perspektiven miteinander in Einklang zu bringen. Dies kann am besten in einem Umfeld gelingen, in dem das Thema UX ganzheitlich im Unternehmen gelebt wird. Daher machte Martin in seinem Vortrag deutlich, wie Unternehmen eine UX-Strategie etablieren und kontinuierlich managen können.

Alle WUDs, auf denen wir dieses Jahr vertreten waren, hatten ihren ganz eigenen Fokus zum gesetzten Motto – und doch hat sich vor allem durch diese Vielfalt für uns ein harmonisches Gesamtbild ergeben.

Unser Dank gilt allen, die sich um Organisation, Vorträge und Workshops gekümmert haben und so mit ihrem Engagement und ihrem Einsatz diesen rundum gelungenen Tag überhaupt erst ermöglicht haben. Und natürlich auch allen Teilnehmenden, die den World Usability Day immer erst zu dem machen, was er ist.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr und sind ganz sicher auch dann wieder dabei!