eResult GmbH - Research & Consulting
Planckstr. 23 | 37073 Göttingen
Tel.: +49 551 49569-331 | Fax: +49 551 49569-330
E-Mail: info@eresult.de | Web: www.eresult.de

Eyetracking

Wann ist diese Methode geeignet?

Mit Hilfe von Blickbewegungsmessungen lassen sich sowohl Reihenfolge als auch Intensität, mit denen Nutzer Elemente einer Benutzeroberfläche betrachten, registrieren. Daraus lassen sich objektivere Rückschlüsse über weitgehend unbewusste Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Informationsverarbeitungsprozesse ziehen. Kombiniert mit Beobachtungs- und Befragungsdaten unterstützen Blickbewegungsmessungen die Interpretation des Nutzerverhaltens und liefern wertvolle Hinweise auf inhaltliche und gestalterische Optimierungsansätze.

Mögliche Fragestellungen:

  • Können Nutzer sich leicht orientieren?
  • Sind gesuchte Informationen schnell zugänglich und erwartungskonform platziert?
  • Sind wichtige Informationen an aufmerksamkeitsstarken Stellen platziert?
  • Welche Elemente gehören zu den „Eyecatchern“?
  • Werden wichtige Navigations- und Menüoptionen (z. B. Links / Buttons) überhaupt gesehen - oder sind Nutzungsprobleme eher auf Verständnisschwierigkeiten zurückzuführen?
  • Gelingt ein visuelles Guiding auf einzelnen Webseiten (gewünschter Blickverlauf = vorhandener Blickverlauf)
  • Welche Informationen werden von den Nutzern nur betrachtet und welche Informationen werden tatsächlich gelesen?
  • Wie viel Aufmerksamkeit schenken Ihre Nutzer den bereitgestellten Texten und Grafiken?

Und viele andere mehr…

Im Rahmen eines Kick-Offs legen wir gemeinsam mit Ihnen die zentralen Fragestellungen und Untersuchungsziele fest. Darauf aufbauend entwickeln und konzipieren wir das für Sie geeignete Untersuchungskonzept.

In welcher Projektphase einsetzbar?

  • Konzeption / Entwicklung
    Bereits während der Konzeptionsphase lassen sich per Blickverlaufsmessung Blickbewegungen und -verläufe auf verschiedenen, grafisch ausgearbeiteten Designvarianten (High-fidelity Screens) durchführen, um konkrete Rückschlüsse über Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung und ihren Zusammenhängen zu ziehen. Dabei besteht die Möglichkeit, an mehreren Entwürfen Messungen vorzunehmen, um Vergleiche anzustellen und die ideale Variante zu identifizieren.
  • Umsetzung
    Während der Umsetzung bzw. Programmierung ist es sinnvoll, den Blickverlauf während der Interaktion mit der Website oder der Webapplikationen zu analysieren. Dies geschieht meist in Verbindung mit einem Usability-Test im Labor. Speziell bei der Gestaltung von Landingpages liefert eine Blickverlaufsmessung interessante Erkenntnisse in Bezug auf die Optimierung (visuelles Guiding) von Kampagnen.
  • Betrieb
    Auch im Betrieb bzw. im Anschluss an den Launch einer Website bietet eine Blickverlaufsanalyse vielfältige Möglichkeiten (z. B. durch einen Vergleich: Soll-Blickverlauf mit tatsächlichem Blickverlauf). Auch können Gründe für fehlende Klicks auf einzelne Seitenelemente identifiziert werden. Zusätzlich lassen sich die Blickverläufe von Nutzern auf der eigenen Website natürlich auch mit Blickverläufen auf Websites von Wettbewerbern vergleichen, um so Ansatzpunkte für eine zielgerichtetere (Um-)Gestaltung des eigenen Layouts zu identifizieren.

Wie läuft diese Methode ab?

Grundsätzlich kann alles getestet werden, was auf Bildschirmen darstellbar ist: Websites, Software, Internet-Applikationen oder Online-Shops. Aber auch für mobile Dienste bzw. Geräte wie PDAs und Smartphones lässt sich eine Lösung bzw. Messung realisieren.

Wir besitzen die Eyetracking-Systeme Tobii T60 und Tobii X2-30 (inklusive Mobile Device Stand), die je nach Anwendungsfall eingesetzt werden können. Die Systeme arbeiten berührungslos, d.h. die Probanden können völlig unbeeinträchtigt - im Gegensatz zur klassischen Helmkamera - vor dem Bildschirm bzw. Testobjekt agieren (weitestgehend "natürliche" Testsituation).


Tobii T60-System


Tobii X2-30 inklusive Mobile Device Stand

Durch eine im bzw. vor dem Monitor platzierte Infrarottechnik (abhängig vom System) ist es während einer Eyetracking-Sitzung möglich, sämtliche relevanten Daten wie Augenbewegungen (Fixationen/Sakkaden), Blickverläufe, aber auch Mausbewegungen und Klicks zu erfassen.

Die bei jedem Eyetracking-System notwendige Kalibrierung erfordert weniger als 30 Sekunden. Zudem ist eine hohe Stabilität und Qualität durch die Aufzeichnung beider Augen gewährleistet.

Mit den vorhandenen Eyetracking-Systemen sind Blickverlaufsanalysen sowohl auf einzelnen Seiten als auch bei der Bearbeitung von Such- und Navigationsaufgaben über mehrere Seiten realisierbar (personenbezogene Messung). Auch das Aufzeichnen bzw. die Analyse von dynamischen Elementen (z. B. AJAX, Flash oder Videos) ist problemlos möglich.

Für eine umfassendere Interpretation der Blickverläufe wird in einer qualitativen Nachbefragung das jeweilige Nutzungsverhalten gemeinsam mit dem Probanden reflektiert und zusätzlich mit Beobachtungsdaten abgeglichen.
Im Rahmen von z. B. Usability-Tests im Labor, Landingpage-Analysen oder Konzept-/Designtests können somit Blickverläufe herangezogen werden, um die Wirkung alternativer Designs oder Platzierungen (z. B. Logos, Banner) zu testen.

Stärken der Methode:

  • Die Methode des Eyetrackings ist die einzige zuverlässige und valide Methode zur Blickverlaufsmessungen. Das Verfahren liefert Daten bzw. Ergebnisse, die der tatsächlichen Wahrnehmung der Probanden entsprechen.
  • Die gewonnen quantitativen Daten erlauben Rückschlüsse auf die kognitiven Vorgänge der Versuchspersonen, die noch unmittelbarer sind als etwa bei der „Methode des lauten Denkens“.
  • Es sind sowohl Einzelpersonen- als auch Gruppenvergleichsanalysen möglich. Zudem lassen sich die Eyetrackingdaten mit den Klick-, Befragungs- und Beobachtungsdaten aus einem Usability-Test im Labor kombinieren.
  • Blickbewegungsmessungen sind sowohl auf statischen bzw. einzelnen Seiten als auch bei der Bearbeitung von Aufgaben über mehrere Seiten möglich.
  • Das Aufzeichnen von Interaktionen mit dynamischen Elementen (wie z. B. scrollbare Webseiten oder AJAX, Web2.0, Rich Internet Applications, Flash, Videos oder Präsentationen) ist ebenfalls möglich.
  • Aufschlussreich & überzeugend: Mit den vorhandenen Eyetrackingsystemen ist es möglich, den Blickverlauf der Probanden live (per Videostream im Beobachtungsraum) mitzuverfolgen.

Mögliche Auswertungsverfahren

Blickdichte

Die Blickdichte beschreibt, wie viel visuelle Aufmerksamkeit bestimmte Bildschirmbereiche erhalten. Unsere Eyetracking-Sofware visualisiert diese anschaulich:

Attention Maps & Attention Clouds


Blickverlauf

Der Blickverlauf zeigt die Reihenfolge der Fixationen. Er wird in Form von Linien (Sakkaden) und Kreisen (Fixationen) visualisiert. Je größer der Kreis, umso länger die Fixation. Durch Blickverlaufsanalysen kann festgestellt werden, welche Seitenelemente zuerst ins Auge "springen" („Eyecatcher“).

Bereichsanalyse - Area Of Interest

Bei der Bereichsanalyse oder Area of Interest (AOI) Analyse können einzelne Bereiche eines Bildes oder einer Website verglichen werden, um herauszubekommen, welche Regionen wie lange und wie aufmerksam betrachtet wurden.
Interessante Bereiche eines Mediums werden dabei markiert und ausgewertet:

Blickverlauf einer Testperson in Echtzeit (exemplarisches Video)

Wie groß sollte die Stichprobe sein?

Die Größe der Stichprobe sollte individuell in Zusammenhang mit Ihren Fragestellungen erörtert werden, da sie je nach Testobjekt und Testzielen variiert. Man kann davon ausgehen, dass bei Usability-Fragestellungen in der Regel ca. 10 bis 15 Testpersonen ausreichend sind. Geht es um das Testing von Design / Layout so sollten mindestens 25 Testpersonen einbezogen werden.

Wie lange dauert die Durchführung?

Sofern Blickbewegungsmessungen in Kombination mit Usability-Tests im Labor durchgeführt werden, kann die Studie in 3-4 Wochen durchgeführt werden. Bei Evaluation einzelner Designs und Seiten reduziert sich die Studiendauer auf 1-2 Wochen.

Welchen Input müssen Sie leisten?

Optimalerweise kommen Sie bereits mit konkreten Fragestellungen auf uns zu, die dann im Test thematisiert werden. Gerne erarbeiten wir die Fragestellungen aber auch mit Ihnen gemeinsam.

Die zu testenden Objekte (Screens, Prototypen, Websites) sollten entweder in Form gängiger Grafikformate oder einer onlinefähigen Version vorliegen bzw. erreichbar sein. Hierbei sollte es sich um grafisch bis ins letzte Detail ausgearbeitete Objekte handeln.

Was erhalten Sie von uns?

Sie erhalten einen interpretativen Chartband mit folgenden Inhalten:

  • Management Summary
  • Ausführliche Darstellung und Interpretation der statistischen Daten sowie eine Visualisierung der Blickbewegungsdaten, u.a.:
      • Dichteverteilungen häufig betrachteter Elemente und Bereiche (z. B. als Heatmap oder topografisches Modell)
      • „Area of interest“-Analyse: Vergleich von definierten Seitenbereichen
      • Blickpfad-Analyse (z. B. als Reihenfolge von Fixationen)
      • Kontaktwahrscheinlichkeit ausgewählter Seitenelemente
      • Time-to-contact-Werte: Wie lange dauert es im Durchschnitt, bis zentrale Seitenelemente erstmalig wahrgenommen werden?
  • Konkrete Handlungsempfehlungen zur Behebung von Nutzungs-/ Gestaltungsproblemen bzw. zur Optimierung der Website


Haben Sie noch weitere Fragen? Dann sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gern.

  • Martin Beschnitt
  • +49 40 36166-7981