Personas
Wann ist diese Methode geeignet?
Je besser man die Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche von Nutzern kennt, desto geringer ist das Risiko "am Nutzer vorbei" zu entwickeln. Personas sind archetypische Nutzer, die die Zielgruppen Ihrer Website repräsentieren. Sie helfen dabei, eine detaillierte Vorstellung von der Nutzerschaft zu erhalten. Die Kenntnis Ihrer Nutzer ist die Voraussetzung für eine effiziente Entwicklung und eine erfolgreiche Website.
Mögliche Fragestellungen:
- Wer sind die typischen Nutzer auf meiner Website?
- Wie kann ich mir meinen typischen Besucher „bildlich“ vorstellen?
- Mit welchen Intentionen kommen die Nutzer auf die Website?
- Wie nutzen die Besucher Ihre Website und welche Ziele verfolgen sie?
- Welche Inhalte, Funktionen und Services wünschen sich Ihre Nutzer?
- Wie schaffe ich es, dass mein Entwicklungsteam die geplante Webseite wirklich nutzerzentriert konzipiert?
Und viele andere mehr…
In welcher Projektphase einsetzbar?
- Analyse
Bereits am Anfang eines Projekts ist es wichtig, eine konkrete Vorstellung über die Nutzerschaft zu haben. Deshalb sollten im Rahmen der Anforderungsanalyse Personas auf Basis von quantitativen oder qualitativen Daten gebildet werden, um potenzielle Zielgruppen erkennen und besser beschreiben zu können. - Betrieb
Ist die Website bereits online, eignet sich der Persona-Ansatz für einen Soll-Ist-Abgleich. So lässt sich sehen, ob Sie mit Ihren Erwartungen bzw. Hypothesen über Ihre Nutzer richtig liegen. Auf Basis der gebildeten Personas können Sie (a) die Website für Ihre tatsächliche Nutzerschaft optimieren oder (b) eine Neuausrichtung anstreben, um andere Nutzergruppen gezielter anzusprechen.
Wie läuft diese Methode ab?
Wie entstehen Personas?
Personas werden auf der Grundlage von Nutzerdaten erstellt, so dass als erster Schritt zur Umsetzung der Methode eine Datenerhebung durchzuführen ist. Für die Erhebung stehen eine Reihe geeigneter Verfahren und Techniken bereit. Folgende Aufzählung gibt Ihnen einen beispielhaften Einblick:
Auch bereits abgeschlossene Studien, die nicht auf die Entwicklung von Personas abzielten, können hilfreich sein, wenn sie nutzerbezogende Informationen bereithalten.
Wie werden Personas gebildet? (Beispiel anhand einer Onsite-Befragung)
- Datenerhebung
Mit Hilfe einer Onsite-Befragung lassen sich benutzerbezogende Daten direkt auf Ihrer Website erheben. Durch diese Befragung können Sie Informationen zu personenspezifischen Merkmalen, Anforderungen und Erwartungen Ihrer Nutzer gewinnen. Dieses Verfahren eignet sich besonders gut, um die Nutzer Ihrer bereits bestehenden Website besser kennen zu lernen. - Segmentierung der Daten
Liegen Daten einer Nutzerschaft vor, besteht der anschließende Schritt in einem Segmentierungsprozess. Die Daten der verschiedenartigen, heterogenen Nutzerschaft sind in möglichst in sich homogene Nutzergruppen aufzuteilen.
Für die Identifikation solcher Nutzergruppen sind zuerst sog. aktive Variablen festzulegen, welche die Unterschiede zwischen den Nutzergruppen besonders gut abbilden. Dadurch bringen sie einen wesentlichen Beitrag zur Differenzierung der heterogenen Nutzerschaft ein und bilden die Grundlage für statistische Berechnungen.
Im folgenden Schritt werden mittels Clusteranalyseverfahren sog. Kern- und Randpersonas, die Hauptnutzergruppen und deren Untergruppen repräsentieren, ermittelt. - Darstellung der Personas
Schließlich erfolgt anhand passiver, beschreibender Variablen die Ausgestaltung der einzelnen Benutzerprofile bis hin zu archetypischen Nutzern (=Personas), denen konkret ausgeprägte soziodemographische Merkmale, Bedürfnisse und Verhaltensweisen zugeschrieben werden.
Profilbeschreibung einer Persona
Dabei bleibt es nicht bei einer tabellarischen Auflistung von Merkmalen: Durch Fotos und Namensgebung bekommen die Personas ein "Gesicht" und werden zum Leben erweckt.
Im Vergleich zu herkömmlichen Zielgruppenbeschreibungen, die beispielsweise lediglich aus gruppierten Merkmalen und statistisch berechneten Nutzermeinungen bestehen, gehen Personas einen Schritt weiter: Sie gewähren einen tiefen Einblick in psychografische Daten und beleuchten Erwartungen, Ziele und Verhaltenweisen der Nutzer.
Stärken der Methode:
- Sie helfen dem Team sich in die Lage der potentiellen Nutzer hineinzuversetzen und diese Perspektive während des gesamten Designprozesses zu bewahren.
- Sie geben dem Projektteam ein einheitliches Verständnis über die Nutzerschaft. Nutzer werden dadurch "greifbar". Das Team gestaltet und programmiert für typische Vertreter der gesamten Nutzerschaft. 4-6 Personas sind dabei in der Regel ausreichend.
- Der Nutzwert von (potentiellen) Funktionen, Services und Inhalten kann besser bewertet werden.
- Entscheidungen über den Einsatz von finanziellen und personellen Mitteln basieren nicht auf (rein) subjektiven Einschätzungen, sondern auf gewonnenen Daten.
- Für Folgestudien - zum Beispiel Nutzertests im Lab - können "repräsentative" Testpersonen ausgewählt werden.
Wie groß sollte die Stichprobe sein?
Die Größe der Stichprobe ist abhängig von dem gewählten Datenerhebungsverfahren. Dieses kann je nach zugrunde liegendem qualitativen oder quantitativen Ansatz der Persona-Erstellung bestimmt werden.
Wie lange dauert die Durchführung?
Ist die Datenerhebung bereits abgeschlossen, dauert es ca. 1-2 Wochen bis zur Bildung der Personas
Welchen Input müssen Sie leisten?
Im optimalen Fall haben Sie bereits Vermutungen bzw. Hypothesen in Bezug auf Ihre Nutzerschaft oder potenziellen Zielgruppen. Anhand dieser lassen sich die Fragestellungen für die ausgewählte Datenerhebungsmethode konkretisieren. Gerne erarbeiten wir solche Fragestellungen aber auch in einem Workshop mit Ihnen gemeinsam. Hierbei greifen wir auf unsere umfangreiche Projekterfahrung bei der Erstellung von Personas zurück.
Was erhalten Sie von uns?
Personas können auf unterschiedliche Art definiert und dargestellt werden. Bei der Wahl der Darstellungsform können wir uns an Ihrer speziellen Unternehmens- und Teamkultur orientieren.
Typischerweise werden Personas als detaillierte Beschreibungen mit Namen, Foto, persönlichem Profil, Zielen und Motivationen dargestellt. Je nach Bedarf können Sie aber auch folgende andere Formen wählen und miteinander kombinieren:
- Stichwortartige Aufzählung der Eigenschaften inkl. einem Profilfoto
- erzählender Text (persönliches Profil) und/ oder
- Verwendung von großflächigerem Bildmaterial (z. B. als Collage oder „Pappkamerad“ bzw. Standbild).
Auf Wunsch präsentieren wir Ihnen die gebildeten Personas und machen hiermit den ersten Schritt zur Integration der archetypischen Nutzer in Ihr Team bzw. Ihr Unternehmen. Denn: Personas müssen aktiv kommuniziert und „gelebt“ werden in Ihrem Entwicklerteam.
Haben Sie noch weitere Fragen? Dann sprechen Sie uns an! Wir beraten
Sie gern.
- Anja Weitemeyer
- +49 (0)431-3100-193
Downloads
- Methodenbeschreibung
Factsheet Personas (86 KB)

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